Die Piefke Saga

Die Piefke Saga

Die Piefke Saga   Österreichischer Fernsehfilm von Felix Mitterer© Österreichischer Bühnenverlag Kaiser & Co. Ges.m.b.H. | Bearbeitung Annemarie Plieseis nach Elmar Drexels Musical Fassung | überarbeitet von Albert Tschallener.

Piefke-Saga

Die Piefke Saga ist ein vierteiliger österreichischer Fernsehfilm aus den Jahren 1990 (Teil 1-3) und 1993 (Teil 4). Das Drehbuch stammt von dem Schriftsteller und Dramatiker Felix Mitterer.

Elmar Drexel schrieb eine bühnentaugliches Musical daraus, ehe es immer wieder von Theatergruppen auf Bühnen inszeniert wurde. Daraus entstanden teils unterschiedliche Versionen, jedoch wurde der Grundinhalt selbstverständlich an Felix Mitterers Fernsehfilm angepasst.

Auf satirische und tragikomische Weise wird das Verhältnis zwischen Deutschen und Österreichern beleuchtet, und zwar vor allem das Verhältnis zwischen deutschen Touristen und einheimischen Tirolern. Hauptfiguren der Serie sind die Mitglieder der Berliner Unternehmerfamilie Sattmann, die seit Jahren im fiktiven Ort Lahnenberg ihren Urlaub verbringen. Der Inhalt greift damit ein Hauptmotiv zahlreicher Heimatfilme aus den 1950er und 60er Jahren auf: Preußen mit finanziellem Einfluss sind auf Sommerfrische in Österreich, wobei es zu sprachlichen und amourösen Missverständnissen und Verwicklungen kommt. Mit beißendem Sarkasmus werden sowohl Eigenheiten von bundesdeutschen Touristen, wie auch die Verhaltensweisen der Einheimischen entlarvt, wobei keine Partei sonderlich gut wegkommt. Die teilweise massive gesellschaftskritische Implikation der Filmserie führte damals zu heftigen Diskussionen.

Wer braucht die Piefke?

Die Geschichte fängt mit einer Ausgabe der Fernsehshow „Auf Los geht’s los“ von 1982 an, bei der Showmaster Joachim Fuchsbergerunter anderem neun „Geschworenen“ aus dem Publikum Fragen stellt und die Kandidaten die Antworten der Geschworenen erraten müssen. In einer in Wien produzierten Sendung mit österreichischem Publikum stellt er die verhängnisvolle Frage: „Wieviele der neun Geschworenen nennen die Deutschen prinzipiell Piefke?“ Sechs der neun Geschworenen antworten mit ja. Von Fuchsberger befragt erklären sie, die Piefkes wären die eingebildeten Deutschen, die mit ihrem Geld um sich schmissen und glaubten, sie seien etwas Besseres.

Ein weiteres reales Ereignis, das in der Serie verarbeitet wurde, war eine Titelschlagzeile des Wiener Magazins Wochenpresse (im Theater als fiktives Wochenmagazin Die Woche dargestellt) aus den 1980ern: „Wer braucht die Piefkes?“

Diese – realen – Ereignisse sind der Aufhänger für die fiktionale Geschichte der Hassliebe zwischen der Tiroler Hoteliersfamilie Wechselberger und der Bauernfamilie vom Rotterhof auf der einen Seite und der Berliner Unternehmerfamilie Sattmann auf der anderen. Diese Geschichte wird über mehrere Jahre hinweg erzählt, wobei sich die Familien immer mehr miteinander verstricken.

Zum 25-Jahr-Jubiläum der Piefke Saga nahmen auch wir dieses „Theater“ in unser Programm auf und versuchten eine möglichst authentische Inszenierung für die Bühne zu entwickeln.

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